Targeted Killing

Was ich heute beim Blick ins Internet so lesen musste, lies mir mal wieder ein paar Haare ergrauen! Zuerst will das Merkel die Bundeswehr im Innern einsetzen, jetzt darf auch der Innenminister sich wieder äußern. In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich. Sowas darf man zwar denken (Freiheit und so), aber eigentlich nicht laut sagen. Im Staatsdienst haben derartige moralfreie Kreaturen sicherlich nichts verloren. Das ihre Aussagen dem gesunden Volksempfinden entsprechen mögen, kann mir als Entschuldigung nicht herhalten – Demokratie ist kein Wert an sich, die Bundesrepublik ist ein freiheitlicher Rechtsstaat und das muss auch so bleiben!

Besonderer Hass regt sich in meiner Brust, wenn ich mir überlege, dass das Pack sich christlich nennt. Die Vorstellung, wie Jesus von Nazareth seinen Anhängern die gezielten Tötung predigt, ist zwar komisch, vermag mich aber nicht zu amüsieren. All das erinnert mich wieder an den Geruchsprobenstreit im Vorfeld des G8-Gipfels. Da wurde von Stasimethoden gesprochen und das konservative Gesocks verbat sich solcherlei Diffamierung der guten deutschen Polizei. Hier sieht man wieder wo’s langgeht. Dem Rechten ist die Welt Gut gegen Böse. Die Idee, dass die Methode das Problem ist und nicht die Tatsache, dass die Stasi sie angewendet hat, scheint nicht so arg weit verbreitet.

Gezielte Tötungen um größeres Unheil abzuwenden hat auch die RAF schon vorgenommen. Die Frage ist, ob der Staat sich das anziehen sollte… Okay, der Staat weiß eben (hat ja unsere PCs abhört) wer wirklich gut und wirklich böße ist – der RAF fehlte diese Einsicht natürlich.

Und das heißt auch Frau Merkel macht ihren Job eben nicht ganz gut. Ihr fehlt schon alleine die moralische Eignung, nicht das die bei vielen Politikern vorhanden gewesen wäre…

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9 Responses to Targeted Killing

  1. chris says:

    Zum Thema gesundes Volksempfinden fällt mir noch was ein; das gesunde Volksempfinden war der Hebel, mit dem es den Nationalsozialisten gelang, Ihre staatliche Willkür ohne Gesetzesänderungen zu realisieren. Die Gerichte wurden angewiesen, nicht mehr “wörtliche am Gesetz” zu hängen, sondern nach dem gesunden Volksempfinden zu urteilen.

  2. felix says:

    Interessant zum Thema auch der Kommentar von Heribert Prantl in der Süddeutschen.

  3. Arne says:

    Bislang habe ich mich ja immer recht sachlich zum Thema geäußert, aber zu den neuesten Äußerungen Schäubles möchte ich davon ausnahmsweise Abstand nehmen, da sich meine Reaktion auf unsachliche Weise besser in der gerade gebotenen Kürze zusammenfassen lässt: ES IST ZUM KOTZEN!

  4. Chris says:

    Es ist eigentlich nicht mehr zum Lachen, es ist nicht mehr zum sich-Aufregen, es ist zum Fürchten.
    Herr Schäuble ist eine der größten Gefahren für Freiheit und Rechtsstaat.

  5. Torsten says:

    “When it comes to this I should prefer emigrating to some country where they make no pretence of loving liberty — to Russia, for instance, where despotism can be take pure, and without the base alloy of hypocracy.”
    -Abraham Lincoln

  6. Rainer says:

    Ich habe keine Worte. “Verdächtige” sollen von Staats wegen getötet werden, nicht Verbrecher, nicht Terroristen, sondern einfach Menschen, die von irgend jemandem als Terroristen angeschwärzt werden, zum von den best bezahlten Lügnern in unserem Lande, den verschiedenen Geheim- und Schutzdiensten.
    Wenn Merkel ein Mann (pardon: eine Frau) wäre und auch nur einen Funken Anstand hätte, dann würde sie den durchgeknallten Schäuble sofort aus der Regierung werfen.

  7. Chris says:

    Ich fürchte nur, dass der Schäuble gar nicht so durchgeknallt ist, sondern berechnend. Im lawblog war eine lange Diskussion um das Thema, unter anderem fiel da der Hinweis, dass der Schäuble – dessen Ziel es ist, Kanzler zu werden – sich ranhalten muss, um sein Ziel zu erreichen.
    Das geht am besten wenn man Krach macht. Dass Freiheit und Rechtsstaat auf der Strecke bleiben, scheint ihn nicht weiter zu stören.

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